Was ist Judo?

Judo - der sanfte Weg
Die Übersetzung aus dem Japanischen bedeutet soviel wie "der sanfte Weg", bei dem nicht der eigene Sieg um jeden Preis das Ziel ist, sondern zu siegen, ohne den Partner zu verletzen. Es gewinnt nicht der körperlich stärkste, sondern der, der seine eigene Kraft am besten einzusetzen und die des Gegners am geschicktesten auszunützen versteht. Wichtig dabei ist das Streben nach Harmonie und Selbstbeherrschung.

Ähnlich wie bei der Budo-Disziplin Karate ist auch Judo ungefähr 100 Jahre alt.

Jigoro Kano, der Begründer des Judo, entfernte die harten, die gefährlichen, schmerzlichen und teilweise lebensgefährlichen Techniken des Jiu-Jitsu und entwickelte daraus die "weiche" Selbstverteidigungssportart Judo.

Beim Judo werden Würfe, Haltegriffe, Würge- und Hebeltechniken geübt. Aber auch die Fallschule ist ein wichtiger Bestandteil des Judo-Trainings, um mit dem eigenen Körper den Aufprall auf den Boden kontrollieren zu können, damit man sich nicht verletzt. Bei den Würfen unterscheidet man zwischen reinen Angriffstechniken und Kontertechniken, bei denen der Angriff des Gegners geschickt weitergeführt wird. Bei den Würgegriffen und Armhebeln zwingt man den Partner durch langsame und kontrollierte Bewegungen zur Aufgabe. Wenn die Schmerzstelle erreicht ist, signalisiert der Partner seine Aufgabe, indem er mit der flachen Hand auf die Matte klopft.

Ziel der Haltegrifftechniken ist es, den Gegner eine bestimmte Zeit auf dem Rücken "festzunageln". Alle Techniken, ob im Stand oder am Boden, die nicht völlig kontrollierbar sind und den Partner verletzen können, sind verboten.
Beim Judo kann jeder sein eigenes Können von Stufe zu Stufe steigern und durch Gürtelprüfungen erfolgreich beweisen.

Neben den körperlichen sollen jedoch auch geistige Elemente wie Selbstdisziplin, Achtung vor dem Gegner, Bescheidenheit und Selbstbewusstsein erlernt werden.
Judo ist eine vielseitige Körperertüchtigung, weil der ganze Körper und alle Muskelpartien gefordert werden. Dadurch werden zugleich Kraft, Schnelligkeit, Beweglichkeit, Koordination und Ausdauer sowie durch häufige Partnerwechsel im Training Gewandtheit und Vielseitigkeit geschult.

Dabei ist es egal, wer mit wem trainiert. Ob Frauen mit Männern (Mädchen und Jungen), ob Jung mit Alt oder ob Groß mit Klein.

Neben Einzelkämpfen sollen bei der Olympia-Disziplin durch Mannschaftswettbewerbe Zusammenhalt und Teamgeist gestärkt werden.

Wichtig beim Judo, wie in allen anderen Sportarten auch, ist jedoch, das "die Sache" (allen) Spaß macht.

Dabei sollen Kontakte hergestellt werden und neue Freundschaften aufgebaut bzw. gefestigt werden.

Christian Schimneck